Nachdem ich gestern in den RTL-News einen kurzen Bericht über Secondlife gesehen habe, (Qbee hat davon berichtet) packte mich wieder die Faszination an dieser Plattform.

Secondlife ist eine Internet-Plattform mit einer Oberfläche wie ein 3D-Computerspiel: Charaktere, Gegenstände, Häuser, alles kann dort erzeugt und verwendet werden. Statt also wie bei MySpace eine Homepage zur Heimat zu machen, kann man sich in Secondlife ein Haus bauen, einen Club oder auch obdachlos herumvagabundieren. Und dabei andere Avatare (also Charaktere) aus allen Herren Ländern treffen. Hinter diesen verbirgt sich natürlich immer ein echter User – irgendwo auf der Welt.

Das Echte hinter dem Virtuellen ist mit Sicherheit der Grund, warum die Secondlife-Gemeinde stetig wächst. Mittlerweile angemeldet sind 1,2 Mio, online sind im Moment über 400.000 User.

Mir gefällt das Ganze nicht so: Der Zweck wird mir nicht klar. Ich habe mir in Secondlife einen Avatar gebaut (Prune Roskopp – sucht mich mal) und bin danach ein wenig in der Welt herumgeflogen. Es ist im ersten Moment spannend, aber es scheint kein Bedürfnis zur Verbesserung des eigenen Standards zu herrschen; und viele Orte sehen aus wie Baustellen in der Wüste. Geschäfte und Gastronomie und zentrale Plätze sind vollgespflastert mit Werbung – eine genaue Abbildung des regulären Internets.

Ich würde Secondlife eher als ein Rollenspiel ansehen, vor allem, weil eine häufiger Aufenthalt dort alle Voraussetzungen einer Sucht (bezogen auf Online-Rollenspiele) erfüllt (entliehen von Wikipedia):

  • Der Spieler kann sein Spieltempo nicht mehr selbst bestimmen. Das “Leben” und die Geschichte in der virtuellen Welt gehen weiter.
  • Das bringt einen Kontrollverlust über die tatsächliche Online-Dauer mit sich
  • Hinzu kommen die Verdienstmöglichkeiten in Secondlife, die dem User immer unter den Fingerspitzen jucken

Nee, da lass ich mich nicht von anstecken. Ein Laster reicht schliesslich.